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Hochzeit. Eine kleine Textsammlung zur Hochzeit. Einige Texte stammen
von bekannten Dichtern, andere wurden von Emilia verfasst. Diese Verse stelle
ich euch gerne für private Zwecke zur Verfügung.
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Der Traum Die hübsche Braut steht
schon in weiß Zehn kleine Finger zittern Der Bräutgam
kämpft mit kühlend Schweiß Die Angst . . . die schmeckt ihm
bitter.
Die Orgeltöne tanzen keck Verbreiten sich im Raum
Das C spielt mit dem D Versteck Die Menschen merken's kaum
Gerichtet sind die Blicke Zu der Kirchenmitte - Spannung macht
sich breit Durch den Gang geschritten
Kommen sie zu Zweit
Stehend vor dem Traualtar - Stille senkt sich nieder
Andächtig das Hochzeitspaar Tränen in den Lidern
Dann
haucht sie das magisch' Wort "Ja," - kann leis' man hören Seine
Ängste sind nun fort Nichts kann ihn mehr stören
Auch
sein "Ja" wird fortgetragen Zu jeder Seel' im Raum Offen bleiben keine
Fragen Erfüllt hat sich ein Traum
"JA" Vor dem Altar steht ihr allein . . . Viele Herzen
schlagen O wie spannend wird es sein Hör'n wir das "JA" euch sagen
Dieses "JA" bedeutet "IMMER" Für einander da zu sein
Dieses "JA" bedeutet "NIMMER" Mehr durch's Leben geh'n allein.
Hätt' ich heut' vor fünf und zwanzig Jahren
So viel Grau gehabt in meinen Haaren, Nicht genommen hätt'st du
mich, ich wette; Und wenn Rosen damals auf der Wange Du nicht
hättest mehr gehabt, ich bange, Ob ich selber dich genommen
hätte.
Dennoch ist es glücklich so gekommen, Und nicht
reut mich's, daß och dich genommen, Und am Ende darf dich's auch
nicht reuen. Danken wir's den Lockungen der Rosen Und der Locken, ohn'
uns zu erbosen, Daß sie Winterreise jetzt bestreuet.
O Natur,
Allmutter deiner Kinder, Weise lockest du durch solchen Flinder Zweie,
die du für einander freiest, Die, wenn sein sie miteinander wallen,
Merken, wenn die äußern Flitter fallen, Daß du sie
für Höh'res, Inn'res weihest.
Friedrich Rückert
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